Um meine Muskelkraft so lange wie möglich zu erhalten, nehme ich regelmässig an verschiedenen Therapien teil. Auch die alltäglichen Herausforderungen werden dabei oft selbst zur Therapie – denn jeder Schritt im Alltag fordert und fördert mich zugleich.

Physiotherapie
Seit meinem Fussbruch besuche ich wöchentlich oder alle zwei Wochen die Physiotherapie von 30 bis 60 Minuten. Dabei machen wir viele verschiedene Übungen, die meine Beweglichkeit und Kraft fördern. Ich muss jedoch stets darauf achten, meine Beine nicht zu überlasten – denn wenn ich mich überfordere, fühle ich mich danach unsicher auf den Beinen. Das wirkt sich direkt auf meinen Alltag aus und schränkt mich spürbar ein. Bei vielen der Übungen, die wir in der Therapie machen, fällt auf, dass meine Muskeln nicht dort arbeiten, wo sie eigentlich sollten. Oft greift mein Körper auf andere Muskelgruppen zurück, um die Bewegung dennoch auszuführen.

Hippotherapie
Seit Anfang 2024 nehme ich regelmässig an der Hippotherapie teil. Das Reiten wirkt dabei ganzheitlich auf meine Muskulatur – und das, ohne dass ich gezielt einzelne Übungen machen muss. Schon früher durfte ich reiten, und es erfüllt mich mit grosser Freude, dass ich nun wieder die Möglichkeit dazu habe.

Während einer Einheit sitze ich etwa 30 bis 45 Minuten auf dem Pferd. Manchmal ergänzen wir das Reiten mit gezielten Übungen – wie zum Beispiel Armkreisen, Hüftbewegungen oder kontrollierten Körperdrehungen. Die grösste Herausforderung ist oft das plötzliche Anhalten oder Anlaufen des Pferdes, oder wenn es sich durch Geräusche oder Insekten erschrickt. Dabei ist es gar nicht so leicht, das Gleichgewicht zu halten – aber ich bin gut gesichert. Die Betreuungsperson steht stets an meiner Seite und hält mich bei Bedarf am zusätzlichen Bauchgurt fest.

Der Auf- und Abstieg aufs Pferd erfolgt über eine Treppenkonstruktion. Oben drehe ich mich mit dem Rücken zum Pferd und sitze ab – fast wie auf einen Stuhl. Mein linkes Bein wird mit Hilfe den Betreuern über den Pferderücken gehoben, sowohl beim Auf- als auch beim Absteigen. Wenn ich vom Pferd aufstehen möchte, muss die Betreuerin mein Oberkörper hochheben. Währenddessen ich mich am Gelände halte und versuche das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Über die Winterphase machte ich Pause. Sobald die kalte Jahreszeit anfängt sind meine Muskeln jeweils noch schwächer. Ich wollte nicht riskieren, dass plötzlich etwas passiert oder ich nach der Therapie noch weniger stabil auf den Beinen bin.
Als ich im Frühjahr wieder mit der Hippotherapie beginnen wollte, wurde mir mitgeteilt, dass inzwischen eine neue Vorgabe bezüglich des Höchstgewichts gilt. Leider liege ich aktuell über diesem Grenzwert, weshalb ich nicht mehr teilnehmen darf.
Hinzu kommt, dass das Pferd, auf dem ich zuvor geritten bin, nicht mehr im Einsatz ist. Um weiterhin reiten zu können, hätte ich ein anderes Pferd benötigt – eines mit einem ähnlich breiten Rücken. Die anderen verfügbaren Pferde waren jedoch deutlich schmaler gebaut, was für mich ein unsicheres Sitzgefühl bedeutet hätte.